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Der Orientierungs -und Bildungsplan


 

1. Wie können Sie als Eltern den Bildungsprozess Ihres Kindes unterstützen?

Ohne die Familie geht es nicht. Jedes Kind braucht von Anfang an Rückhalt und Geborgenheit durch seine Nächsten. Sie als Mutter oder Vater kennen Ihr Kind am besten. Damit Ihr Kind sich gut weiter entwickeln und Neues dazulernen kann, ist die Tageseinrichtung auf Sie als die „Experten” Ihres Kindes angewiesen. Helfen Sie den Erzieherinnen und Erziehern, Ihr Kind zu verstehen und erzählen Sie zum Beispiel, was es zu Hause gerne tut. Ihre Meinung und Ihre Wünsche sind für die Erzieherinnen und Erzieher wichtig! Dies gilt für die gesamte Kita-Zeit Ihres Kindes und ganz besonders für die Wochen der Eingewöhnung. Ihr Kind fühlt sich wohl, wenn sich Eltern und Erzieherinnen und Erzieher gut verstehen. Sie können auch zu Hause viel zur Förderung Ihres Kindes beitragen. Es tut Ihrem Kind gut, wenn es sich auch außerhalb der Kita viel bewegen und spielen kann. Erübrigen Sie täglich etwas Zeit zum regelmäßigen Vorlesen und zum Sprechen über alles Erlebte! Das ist für Ihr Kind ungeheuer wichtig und kann durch die Bildungsarbeit in der Kita nicht ersetzt werden.

2. Wie lernen Kinder im Vorschulalter?

Kinder lernen schnell, wie von selbst und mit einer für Erwachsene erstaunlichen Ausdauer. Jedes Kind ist ein „geborener Lerner”. Schon der Säugling ist von Geburt an mit allen seinen Kräften bemüht, sich durch Bewegung und den Einsatz aller seiner Sinne die Welt zu erobern.
Für das Krippen- und Kindergartenkind ist das Spiel eine der wichtigsten Möglichkeiten zu lernen. Die Kinder erforschen und entdecken die „Welt” aus eigenem Antrieb. Bildung zu fördern bedeutet daher vor allem, Kindern genügend Zeit und Raum für selbsttätiges Handeln zu lassen. Das gilt für die Kita wie für Zuhause. Sprache ist der wichtigste Schlüssel zum Lernen. Kinder suchen immer wieder den direkten Kontakt und Austausch mit ihren Nächsten. Alle Kinder lernen sprechen in ihrer Muttersprache, also auch die Kinder mit anderer Muttersprache als Deutsch. Kein noch so guter Film und keine Tonkassette können das direkte Gespräch mit dem Kind ersetzen.
Kinder brauchen zum Lernen erwachsene Bezugspersonen und andere Kinder. Die Kindergruppe bietet den Mädchen und Jungen soziale Erfahrungen, die heute in vielen Familien so nicht mehr vorhanden sind.

3. Was können die Kinder in der Kita lernen?

  • Die Kinder wachsen zu selbstbewussten und emotional gefestigten Persönlichkeiten heran, die in der Gemeinschaft der Kindergruppe ein soziales Miteinander, Achtung des Anderen und demokratische Entscheidungen kennen lernen.
  • Die Kinder erhalten viele Gelegenheiten, einem Thema oder einer Sache auf den Grund zu gehen. Sie lernen, über Probleme nachzudenken und Lösungen auszuprobieren. „Fehler” gehören zum Lernen dazu, aber auch Konzentration, Ausdauer und die Aneignung von Wissen auf vielen Gebieten.
  • Bewegungsfreude, Gesundheit und ein positives Gefühl für den eigenen Körper sind wichtige Voraussetzungen für das Lernen und werden in der Kita gefördert.
  • Sprache und Sprechen stehen im Mittelpunkt des Bildungsauftrags. Kinder aus zugewanderten Familien lernen, sich auf Deutsch mitzuteilen. Gleichzeitig erfahren sie Wertschätzung für ihre Muttersprache. Ein gutes Sprachvermögen ist für alle Kinder eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn.
  • Die Kinder lernen lebenspraktische Dinge: Sie werden in der Kita unterstützt, altersgerecht viele Aufgaben im Alltag selbstständig zu erledigen.
  • Im Alltag, in kleinen Experimenten oder in Lernwerkstätten erwerben die Kinder ein Grundverständnis von Mathematik. Kinder haben z. B. Freude am Ordnen, Vergleichen und Messen.
  • Ästhetische Bildung erreicht die Kinder durch musisch-kreative Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Theater und bildnerisches oder handwerkliches Gestalten.
  • Die Kita sorgt dafür, dass die Kinder die Natur erfahren und ihr näheres Lebensumfeld kennen lernen.
  • Die Kinder werden begleitet bei ethischen oder religiösen Fragen und bei der Entwicklung von Wertmaßstäben. Toleranz und Achtung gegenüber unterschiedlichen Kulturen und persönlichen Überzeugungen werden von klein auf erlernt und praktiziert.


4. Wie wird Ihr Kind in der Kita gefördert?

Die Erzieherinnen und Erzieher sehen es als ihre Aufgabe an, jedes Kind individuell zu fördern und seine Stärken und Besonderheiten zu erkennen. Jedes Kind soll sich in der Kita wohl fühlen und eine sichere Beziehung zu den Erzieherinnen oder Erziehern haben. Jedes Kind soll sich als ein wichtiges Mitglied seiner Kindergruppe fühlen können.

Die Fachkräfte planen die Arbeit an Themen, die einzelne Mädchen und Jungen oder die ganze Gruppe interessieren, und sie führen längerfristige Projekte durch. Sie stellen den Kindern Wissen und Erfahrung zur Verfügung und sind gleichzeitig offen für das, was diese daraus machen. Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen werden spezielle Angebote entwickelt. Die Kita ist ein Ort zum Entdecken, Erforschen und Erfinden! Dabei sind die Erwachsenen oftmals selbst Lernende.

Zum beruflichen Handwerkszeug der Erzieherinnen und Erzieher gehört es, die Kinder zu beobachten und diese Beobachtungen regelmäßig zu dokumentieren. So können sie die Entwicklungsfortschritte jedes Kindes festhalten und gezielt Anregungen geben. Das Beobachtete kann im Team, in regelmäßigen Abständen mit den Eltern oder gelegentlich auch mit den Kindern besprochen werden.

5. Welche Bedeutung hat die Zusammenarbeit von Elternhaus und Kita?

DerOrientierungsplan spricht sich ausdrücklich für eine gute Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Kita aus. Die Erzieherinnen und Erzieher geben Ihnen in gemeinsamen Gesprächen Rückmeldungen über Ihr Kind und was es bereits in der Kita lernen konnte. Um Ihrem Kind gerecht zu werden, benötigen sie aber auch Ihre Informationen und Anregungen.

Sprechen Sie mit den Erzieherinnen und Erziehern ab, ob Sie gelegentlich hospitieren und/oder den Kindern etwas Besonderes beibringen können: Ein Lied oder Spiel, eine Geschichte über Ihren
Beruf …
Nutzen Sie auch Ihre Mitwirkungsrechte in der Kita - im Elternrat, im Beirat der Kita oder auch im Gespräch mit anderen Eltern. Ihre Einrichtung und Ihre Kinder profitieren davon, wenn sich viele Eltern mit ihren Ideen und Wünschen oder auch mit Ihrer Kritik für eine gute pädagogische Arbeit einsetzen!

6. Welches Gewicht hat der Übergang in die Grundschule?

Zu Ende der Kita-Zeit erleichtert eine gelungene Kooperation zwischen Kita und Grundschule den angehenden Schulkindern den Übergang: Die ganzheitliche Bildungsarbeit in der Kita unterstützt nachhaltig die Schulbereitschaft der Kinder. Die Grundschule wiederum entwickelt ein Verständnis für die vorschulischen Lernprozesse der Kinder in der Kita. Der schulische Bildungsauftrag baut darauf auf.
Durch den jetzt vorliegenden Orientierungsplan für Bildung und Erziehung und das neue Niedersächsische Schulgesetz sind alle Tageseinrichtungen und alle Grundschulen dazu verpflichtet, ihre Zusammenarbeit im Interesse der Bildungsförderung jedes einzelnen Kindes in Zukunft noch weiter zu verbessern.




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