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Projektarbeit in unserer Kindertagesstätte


Charakteristisch für die Arbeit im Situationsorientierten Ansatz ist die Projektarbeit – Projekte sind das Herzstück unserer Arbeit von und mit Kindern.

 

Ein Projekt ist eine längerfristige „Untersuchung“ eines Themas, die in der Regel von einer ganzen Gruppe, meistens aufgeteilt in Kleingruppen, manchmal auch nur von einer Gruppe von Kindern aus der Gruppe durchgeführt wird. Diese „Untersuchung“ schließt verschiedene Aspekte eines Themas ein, die sowohl die teilnehmenden Kinder interessieren als auch von ihren Erzieherinnen als sinnvoll angesehen werden. Es wird den Kindern in der Projektarbeit nicht erklärt wie die Welt oder die Dinge funktionieren, sondern es werden ihnen Anregungen, Materialien usw. bereitgestellt, die ihnen behilflich sind die Antworten selber zu finden. Zugleich wird Projektarbeit zu einer Form der Eltern(mit)arbeit – aber auch Öffentlichkeitsarbeit, da Interesse an der pädagogischen Arbeit im Kindergarten geweckt und diese transparent gemacht wird. Die Ergebnisse der Projektarbeit stehen vorher nicht fest; sie werden über Dokumentationen, Fotos und Aussagen der Kinder veröffentlicht.

 

 

1. Phasen der Projektarbeit

 

Projekte entstehen oft aus ganz einfachen Ereignissen heraus: Ein Kind stellt eine spannende Frage oder äußert eine interessante Idee; ein Kind berichtet von einem Tier oder Insekt; ein Elternteil kommt mit einem leeren Hornissennest; ein Kind aus einem fremden Land wird aufgenommen usw. Aufgrund dieser Ereignisse entsteht der Wunsch mehr über diese Dinge zu erfahren. Dieser Wunsch wird als „Projektinitiative“ verstanden. Von großer Bedeutung sind hier die (vermuteten) Interessen der Kinder, da nur auf dieser Grundlage die Motivation von Kindern geweckt und aufrecht erhalten werden kann.

 

 

2. Planung eines Projektes

 

Die Projektthemen werden zusammen mit den Kindern ausgesucht und festgelegt und werden nur solange bearbeitet, wie die Kinder interessiert sind. Sie bestimmen den Projektverlauf mit und schlagen weitere Aktivitäten vor. Es geht nicht darum, wie bei einem Wochenplan alle projektbezogenen Aktivitäten festzulegen, schließlich sollen die Kinder den Projektverlauf mitbestimmen. In einem Teamgespräch besprechen wir, welche Ziele wir; unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte der Thematik, mit dem Projekt verfolgen wollen.

Aus der Stoffsammlung entsteht ein Schema, auf das wir im weiteren Verlauf des Projekts immer wieder zurück greifen. Schließlich sammeln wir Ideen, welche Materialien und Methoden eingesetzt werden.

 

 

3. Der Einstieg – „Die Provokation“

 

In der Anfangsphase unserer Projekte gilt es das Interesse der beteiligten Kinder zu intensivieren. Vor allem müssen wir heraus finden, wie viel Vorwissen die Kinder zum jeweiligen Thema haben. Mittels der „Provokation“ wird ein interessanter Einstieg in das Thema gewählt und durch Fragestellungen findet ein wechselseitiger Gesprächsaustausch statt. Zugleich tauchen Fragen auf, die auf Wissenslücken oder Missverständnisse hinweisen. Außerdem wird durch das Äußern von Fragen und Ideen die Motivation für eine intensivere Beschäftigung mit dem Projektthema geweckt.

 

 

4. Durchführung des Projektes

 

In der längsten Phase des Projektes findet die eigentliche Forscherarbeit statt. Das jeweilige Thema wird unter Berücksichtigung all seiner Aspekte gründlich untersucht. Die Kinder formulieren die sie interessierenden Fragen und besprechen wie sie Antworten darauf finden. Die Hauptaufgabe besteht hier „im Beschaffen von neuen Informationsquellen".

 

Zentrale Aktivitäten sind:

 

  • Sammeln und Vergleichen von versch. Dingen
  • Bilden von Hypothesen und deren Überprüfung
  • Interviews mit Eltern oder anderen relevanten Personen
  • Ausflüge, Besichtigungen und Besuche an relevanten Orten
  • Malen und Zeichnen
  • Basteln
  • Singen und Tanzen
  • Rollenspiele
  • Studieren von Büchern und Filmen

 

Es kommen somit vielfältige Aktivitäten zustande, durch die eine allseitige Entwicklung der Kinder gewährleistet ist. Bei vielen Aktivitäten bilden sie fein- und grobmotorische Fertigkeiten aus. Auch eignen sie sich kommunikative und soziale Kompetenzen an und lernen, Probleme zu lösen und Konflikte zu bewältigen, zusammenzuarbeiten und einander zu helfen. Auf diese Weise werden sie auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorbereitet. Bedingt durch ihre Mitbestimmungsrechte, das weitgehend selbständige Arbeiten und den eigenen Erfolg werden außerdem Persönlichkeitseigenschaften wie Eigenverantwortung, Selbstvertrauen und ein positives Selbstbild gefördert.

 

Auf der Seite Projekte stellen wir Ihnen beispielhaft Projektbeschreibungen vor.




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